Schausteller-Wild


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Jürgen Wild bis 0410

Zeitungssplitter

LAUF – Räucherfisch, Backfisch, gebratener Fisch, gegrillter oder marinierter Fisch: Auf dem zweiten Laufer Fischmarkt, bis Sonntag auf dem Marktplatz, wird heute ab 10 Uhr von Aal-Uwe und anderen Fisch versteigert. Aber es dreht sich längst nicht alles um Karpfen und Co: Auch Wurst, Blumen und Käse werden angeboten, ebenso Süßigkeiten sowie Schmuck und Korbwaren. Für die Kleinen steht ein Karussell bereit. Den ersten Matjes nahmen die Ehrengäste: Laufs Bürgermeister Benedikt Bisping und sein neuer Kollege aus Hersbruck, Robert Ilg (rechtes Bild). Mit dem von den beiden Bürgermeistern vereint angezapften Bier wurde der Hering dann im Publikum verteilt. Serviert wurde der „Freifisch“ vom in Lauf bereits bekannten „Aal-Uwe“, der in bestem Hamburgerisch die Vorzüge der Spezialität anpries und selbst schon eine der Attraktionen des Marktes darstellt.

Erleben kann man ihn noch bis einschließlich Sonntag, und zwar jeweils von 10 bis 20 Uhr. Der lauteste Marktschreier ist übrigens der Obst-Rappo. Als Kunden des Käsemanns vorbei gingen, teilte er ihnen mit, dass sein Obst das beste und feinste ist. Aus Anlass des Fischmarkts erlebte die Bertleinschule einen besonderen Kochkurs. Dank der Mitarbeiter des Bayerischen Landesverbands
der Marktkaufleute und Schausteller (beim Bieranstich rechts im Bild der Geschäftsführer Jürgen Wild aus Hersbruck) und der Interessengemeinschaft Laufer Unternehmer konnten 1000 Euro aufgebracht werden. Dafür bereiteten dann das Fischmarkt-Küchenteam, Bürgermeister Bisping und die Schüler Fischburger, Salat und selbst gemachte Fruchtspieße. Reaktion der Schüler: ein überraschtes „Das schmeckt ja gut!“
Fotos: Ziegler, privat

HERSBRUCK (ap) – Es werden wieder drei volle Tage Altstadtfest in diesem Jahr. Damit kehrte der Verein zur Durchführung des Altstadtfestes im Einklang mit der Stadt wieder zur alten Tradition zurück.
Neue Belebung soll dagegen ein Festzug nach dem Eselrennen am Sonntag von der Sportanlage in die Innenstadt bringen. Weitere „Problemchen“ wurden bei der Jahreshauptversammlung angesprochen und der bisherige Vorstand im Amt bestätigt.

Die größte Sorge der ausrichtenden Gastwirte war die Frage nach dem Festsonntag. Viele empfanden den verstärkerfreien Sonntag als lahm, andere hingegen lobten die Möglichkeit, sich am Altstadtfest zu treffen und unterhalten zu können, berichtete Wild. Zugeben musste er, dass die Umsetzung unzureichend war. In diesem Jahr gibt es wieder drei volle Veranstaltungstage.

Charakter erhalten

Auch am Schlossplatz wird es beim diesjährigen Altstadtfest wieder drei Tage rund gehen. Die genauen Planungen übernimmt der neue und zugleich alte Vorstand des Hersbrucker Altstadtfestvereins (v. li.): „Chef“ Jürgen Wild, Schriftführer Torsten Meczulat, Kassiererin Elke Kühnert-Schwarz und zweiter Vorsitzender Christian Markus. Foto: A. Pitsch

Voraussetzung für die Zustimmung des Stadtrates war, den Charakter des Altstadtfestes zu erhalten, also auf Musik aus der Konserve zu verzichten. Einige der Wirte verwiesen jedoch auf die Kosten, diedurch die Verpflichtung von Live-Musik an drei Tagen entstehen, was zu einer kleinen Kontroverse über mögliche Ausnahmeregelungen führte. Am Ende einigten sich die Mitglieder darauf, auf Konserven-Musik weitestgehend zu verzichten.

Um die Kosten auch in diesem Bereich erträglicher zu gestalten, warb der Vorstand für eine Neuregelung der Musik- und Standgebühren. „Damit sollen kleine Flächen besetzt werden, die sonst vielleicht zu Leerzonen würden, und den weniger finanzkräftigen Mitausrichtern eine Teilnahme erleichtert werden“, erklärte Vize-Chef Christian Markus. Aufgrund der einhelligen Zustimmung der Versammlung werden nun auch die Gelder für die Musikbeiträge nach einem neuen Schlüssel verteilt.

Sponsoren willkommen

Damit jeder Altstadfestbesucher auch weiß, dass es in diesem Jahr drei volle Veranstaltungstage gibt, sollen die Werbung dementsprechend gestaltet und die Programmflyer baldmöglichst verteilt werden. Sponsoren seien immer willkommen,
so Wild. Viel verspricht sich der Vorstand auch davon, zwei große Transparente – ähnlich denen des Hersbrucker Weihnachtsmarktes – in Altensittenbach und Hersbruck aufzuhängen.

Erstmals wird dann auf den Vorankündigungen auch ein

sonntäglicher Festzug nach dem Eselrennen in die Innenstadt zu finden sein. Die Idee von Christian Markus sieht vor, mit einer Musikgruppe an der Spitze, Hersbrucker Vereinen und den Besuchern des tierischen Spektakels von der Sportanlage an der Happurger Straße auf den Oberen Markt zu ziehen. Besetzung und Marschroute sind noch in der Planung.

Viel Lob bekam der im vergangenen Jahr erstmals durchgeführte Kindernachmittag, der daher 2010 erneut auf dem Programm steht und die gesamte Altstadt in eine kinderfreundliche Zone verwandeln soll. Unklar ist hingegen noch, wann der Gottesdienst zur Eröffnung des Festes stattfindet. Wild favorisierte den Freitagabend. Während noch nach neuem Reinigungspersonal für die
Toiletten gesucht wird – die alte Firma hatte doppelt kassiert, da sie vom Verein für ihre Tätigkeit bezahlt wurde, die Benutzer aber
selbst noch einmal zur Kasse bat –, gibt es für die Müllentsorgung bereits eine Lösung. Die Ausrichter müssen ihren Abfall bei zwei Containern an Schlossplatz und Posthof selbst entsorgen.

Die weitere Organisation bleibt in Händen des „alten“ Vorstandes, der einstimmig bestätigt wurde. Dank Einsparungen im vergangenen Jahr steht der Verein finanziell auf stabilen Füßen. Nicht nur Jürgen Wild, sondern auch der neu gewählte Bürgermeister
Robert Ilg freuen sich schon jetzt auf ein "schönes Altstadtfest".

HERSBRUCK (jr) - Von wegen Altstadtwirt. Als „Roter Baron “ ist Gerhard Kratzer in einem Flugzeug der „Slow City Air “ durch die
Straßen geflogen und war damit einer der Hingucker beim Närrschbrucker Rummzug.

Jürgen Wild in einem knalligen Quad und der barock kostümierte Spielmannszug des Narrenclubs Nürnberg führten den bunten
Gaudiwurm an. Bereits in der Ostbahnstraße wartete ein dichtes Spalier von Zuschauern. Die Jüngeren und Junggebliebenen balgten sich um Süßigkeiten, Spielsachen und Mini-Geschenke, die die Faschings-Fahrensleute von ihren Wagen regnen ließen.

Roland I. und Stephanie I. grüßten mit vielen Helaus ihr närrisches Volk. Dahinter kam der Prunkschlitten der FG Närrschbruckia. Mit dabei Landrat Armin Kroder (ziemlich schwarz), Robert Ilg (auch schwarz) und Wolfgang Plattmeier (dunkelschwarz, aber aufgelockert durch eine quietschgelbe Sonnenbrille).

Die größte Gaudi tobte am Hirschbrunnen. Norbert Winkler und Götz Reichel stellten alle Teilnehmer vor: die Piraten des Rumpelchors (,Wir entern jede Kneipe “), die GGN-Torten, was einige nicht ganz jugendfreie Zoten der Moderatoren auslöste, die Pleitegeier der
Kirchgassgäng, das BRK mit Gevatter Tod.

Weiter kamen der Happurger Elferrat, die Eintracht-Damen (mit Schäufele), der Wilde Westen des FC Hersbruck, Asterix und Obelix aus Hohenstadt, die Garden von Hersbruck und Neukirchen, die Großviehberger Geister, die ägyptischen Prinzessinnen der Michelmühle, noch einmal Piraten aus Altensittenbach, die Dornröschen der „Wilden Fuchziger “, die Promill-Hüttn der Spitzingseefans und der Laufer Spielmannszug. Viel flotte Sprüche nahmen Hersbruck aufs Korn wie „Gutscheine für einmal Lachen im Keller “.
17.2.2010
© HERSBRUCKER ZEITUNG

HERSBRUCK (jr) – „Etz habt ihr wieder a Ruh vor uns“, sagte der Nikolaus. Er, das Christkind und der Chor der Selneckerkantorei haben den Abschied auf dem Hersbrucker Weihnachtsmarkt ganz unterschiedlich gestaltet. „Die Wirtschaftskrise ist an uns vorübergegangen“, zog Organisator Jürgen Wild eine rundum positive Bilanz für die kleine Budenstadt beim Rathaus.

Nach dem Stress mit Geschenke-Kaufen und Festvorbereitung machten viele am Mittwochabend noch einen Abstecher zum Weihnachtsmarkt der Citta Slow. Christkind Sabrina bekam noch die letzten Wünsche der Kinder mit: eine „echte“ Rakete, ein Hochbett, einen Schmetterling, eine Carrera-Rennbahn, Playmobil und, und, und. Danach nahm die Himmelsbotin noch ein „Bad in der Menge“.

„Die strahlenden Augen der Kinder“ waren für die 17-jährige Hersbruckerin die schönsten Momente ihrer Amtszeit. Sabrina hat in den vergangenen Wochen verschiedene Orte und Organisationen besucht, zum Beispiel: die AWO Pommelsbrunn, die Grundschule Altensittenbach, das Alte Schloss Kleedorf. „Doch am besten haben mir die Auftritte hier auf dem Hersbrucker Weihnachtsmarkt gefallen“, sagt das Christkind.

Klaus Wiedemann belohnte sie, den Nikolaus, Knecht Ruprecht und alle Engel mit einem kleinen Präsent. Außerdem dankte er den Künstlern, die bei Temperaturen zwischen plus zehn und minus 16 Grad auf der Bühne das Programm gestaltet haben.

Der Vielfältigkeit der Darbietungen schreibt Jürgen Wild einen Großteil des Erfolgs zu. Die Besucher pilgerten selbst bei Eiseskälte am vierten Adventswochenende zu der Budenstadt, auch wenn „die Verweildauer“ etwas kürzer war.

„Stimmig“ präsentierte sich die Selnecker-Kantorei auf Hersbrucks Weihnachtsmarkt.
Jürgen Wild verabschiedete Christkind Sabrina und Engel Leonie (rechts). Fotos: J. Ruppert

Moderator Roland Winkler zeigte sich begeistert von den Kindern, die ganz unbekümmert Lieder und Gedichte vorgetragen haben. Herausragend fand er den Popchor Wendelstein, selbstverständlich Oliver Schott und den Choral Total. Gerhard Kratzer, der den Weihnachtsmarkt ins Leben gerufen hat, lobte Roland Winkler für sein spontanes Interview mit Elia Erhardt. Der Rennfahrer und sein Seat Leon bewiesen, dass auf einem Weihnachtsmarkt auch Sportler im Mittelpunkt stehen können.

Insgesamt traten über 50 Gruppen, Duos und Einzelkönner auf. Die Palette reichte von Zaubertricks (Hundini) über weihnachtliches Kochen (Miniköche) bis hin zu Posaunenchören, den McPfeffs, Jagdhornbläser, Krampusse und zu Kratzers Feuerwerk. Die krönenden Schlussakkorde setzten Kantor Karl Schmidt und der Selnecker-Chor.
Die über 50 Mitwirkenden intonierten weniger bekannte Weihnachtslieder wie „Ein Stern strahlt in der dunklen Nacht“ und „Zu Bethlehem der Engel sprach“


HERSBRUCK - Können die Festwirte mit dem Rauchverbot leben?

Müssen alte Fahrgeschäfte-Transporter wegen der EUFeinstaubrichtlinie abwracken? Kann der Autoscooter noch starten, wenn der Marktplatz umgebaut ist?

Wo es um die Interessen der Schausteller geht, steht ein Hersbrucker mit vorn dran: Jürgen Wild ist Geschäftsführer des bayerischen Marktkaufleute- und Schausteller-Verbands.

Wenn ab 20. Mai die Thalheimer Feuerwehr ihren 125. Geburtstag feiert, dann beginnt auch für den Mandelröster Jürgen Wild wieder die Saison.

„Gott sei Dank “, sagt der 48-Jährige. Denn wenn er in München in seine Büroräume „eingesperrt “ ist, da muss er immer erst mal Türen und Fenster aufmachen: „Ich brauch die Sonne! “

Was macht der Spross einer Schausteller-Familie, den die Hersbrucker als Organisator von Altstadtfest und Weihnachtsmarkt kennen, in München? Er hat als Geschäftsführer der bayerischen Schausteller im Büro nahe der „Wiesen “ ein zweites Standbein. „Bayerischer Landesverband der Marktkaufleute und Schausteller e.V. “ heißt der Zusammenschluss von 3000 Kleinbetrieben offiziell. Auch Zirkusleute gehören dazu, was dem Verband bei der Berufsgenossenschaft die teuersten Tarife beschert: Trapezkünstler fallen tief.


Jürgen Wild fiel vor drei Jahren zum Glück nur von der Leiter. Seit dem Unfall kann er aber seine zwei 80 Jahre alten Kinderkarussells nicht mehr betreuen. Um den Süßwarenstand kümmert sich seine Frau mit. Er selbst bereitet in München Termine und Gespräche seiner Vorstände vor, pflegt Kontakte zu Staatsregierung und Kommunen — und darf daher auch mal mit, wenn die Granden der CSU im Kloster Banz in Klausur gehen.
Gut unterhalten hat er sich dort mit dem neuen Bundeswirtschaftsminister Karl Theodor zu Guttenberg. Themen gibt es für einen echten Lobbyisten viele: Das Rauchen bleibt in Festzelten zwar verboten, wird aber nicht geahndet. Schausteller-Lkw mit ihren seltenen, langsamen Fahrten brauchen keinen Fahrtenschreiber. Die EU-Feinstaubverordnung nimmt Rücksicht darauf, dass solche Zugmaschinen, teuer und selten genutzt, nicht alle Jahre auf den neuesten Standard hin umgerüstet werden können.
Oft liegen die Hürden, die den Schaustellern das Leben schwer machen, auch direkt vor der Haustür. In Oed hat man bei der Straßensanierung einen Kanaldeckel entfernt, wohin jetzt mit dem Abwasser bei der Kirwa? In Happurg hat man den Dorfplatz so umgebaut, dass große Fahrzeuge nur noch schwer hinkommen. In Altdorf dagegen hat man vor dem Marktplatzumbau mit Wild und seinen Kollegen gesprochen. Auch künftig fühlen sich dort die Marktbeschicker wohl.
Manchmal muss Wild auch zwischen Mitgliedern Streit schlichten, bei Konflikten mit Kommunen vermitteln, Kompromisse vertreten, auf Ordnung pochen. Mundfaul und menschenscheu darf man da nicht sein. Und das Milieu der vielfach miteinander verschwägerten Schaustellergilden sollte man kennen.
Jürgen Wilds Großvater väterlicherseits stammte aus einer Amberger Schaustellerfamilie. Der Großvater mütterlicherseits hingegen war ein Fürther Metzger, dem nur zufällig eine Jahrmarkt-Schaukel (noch ohne Strom) als Pfand in die Hände fiel. Da gab er seine Metzgerei auf und ging unter die Schausteller. Klein-Jürgen kannte in Franken alle Volksschulen. In den meisten gastierte er jährlich nur eine Woche, dann ging es weiter zum nächsten Jahrmarkt.
Die strenge Mutter sorgte dafür, dass aus dem Buben trotzdem was wurde. Er musste auch bei der heißesten Kirwa abends rechtzeitig ins Wohnwagenbett und noch mit 16 um 10 Uhr daheim sein. Erst nach der Bürokaufmannslehre durfte er in die Schaustellerei. Auch Wilds Schwester übernahm erst nach einer Ausbildung den elterlichen Schießstand.
Elvira und Jürgen Wild hielten es bei ihren Kindern ähnlich. Sie ließen sie in Hersbruck in der Schule und tourten selbst nur noch durch Mittelfranken. Die Tochter lernte in einer Wäscherei, der Sohn als Drucker. Ob er mal Schausteller werden will, ist offen.


So richtig zu seinem Beruf an der Sonne (aber auch im Regen) will Wild jungen Leuten nicht raten. Einberechnen muss man nicht nur die Bürokratie (von Brüssel bis zum Dorfbürgermeister), sondern auch neue Konkurrenten: Die täglichen Sonderangebote von Aldi bis Schlecker lassen kaum noch Marktnischen für den billigen Jakob oder den Kurzwaren- Stand. Die ganzjährigen Freizeitparks stechen manche Kirchweih aus. Neue, kühne Fahrgeschäfte kann sich ein kleiner Schausteller nicht mehr leisten, kann sie höchstens noch leasen. Imbiss und Süßwaren allein aber machen keinen attraktiven Jahrmarkt aus.
Und trotzdem bleibt er für viele reizvoll: der Rummel bei Wind und Wetter, der Kontakt mit Menschen bei ihrem Freizeitvergnügen. „Mit Tradition in die Zukunft. “ Das ist das Motto des Schaustellerverbands auf seiner Homepage. Die hat auch Jürgen Wild gestaltet.

Walter Grzesiek

17.4.2009

Das Umland reinholen


Jürgen Wild, Schausteller: Erfahrungsgemäß ist der Mensch ein Gewohnheitstier und demensprechend zieht es alle zu den Stellen, mit denen er sich identifiziert. Die Altstadt verliert einen weiteren, wichtigen Anziehungspunkt, wenn auch die Post aus dem Innenstadtbereich ausziehen wird. Die Quelle war zu Urzeiten ein Begriff für das gesamte Umland für ein weitreichendes Sortiment, das sonst nur in Großstädten zu finden ist. Die Mitarbeiter hatten ein familiäres Umfeld, da sie meistens seit der Lehre hier beschäftigt waren und damit mit dem größten Teil der Kunden aus dem Umland ein Vertrauensverhältnis aufgebaut hatten. Eine neue Firma wird diesen Status erst in einigen Jahren erreichen können.


Die Leerstände sind vergleichbar mit der Gastronomie: Kommt der Mensch in eine Lokalität, das spärlich besucht ist, geht er davon aus, dass er hier nicht das erhält, was er sich wünscht. Das aber ist ein Trugschluss. Hersbruck bietet ein vielfältiges Angebot, nur der Besucher kann dieses auf Anhieb nicht erkennen.

Das Hauptaugenmerk ist nicht nur auf Besucher oder Gäste zu richten, die einmal im Jahr in Hersbruck weilen. Wichtig ist es, den Altlandkreis wieder an Hersbruck anzugliedern und aufzuzeigen, dass Hersbruck noch immer der Lebensmittelpunkt ist. Das Angebot der Waren des täglichen Gebrauchs sowie Luxusgüter können in Hersbruck erworben werden. Im Gegensatz zu den Einkaufszentren auf der grünen Wiese sind diese hier nicht unter einen Dach, sondern über die Altstadt verteilt und für den potentiellen Kunden leider nicht einfach aufzufinden.


Gesundheitsregion — eine Region für Gesunde? Als ich eine kurze Zeit im Rollstuhl verbrachte, wurde ich sensibilisiert, manches aus einer anderen Perspektive zu sehen. Viele Veranstaltungen sind für Rollstuhlfahrer dadurch ausgeschlossen, da es für diese Personen nur dann eine Toilette gibt, wenn das Rathaus offen ist. Für mich ist ein Hand-in-Hand-Arbeiten der Stadt, Händlern und Gastronomen eines der wichtigsten Standbeine in einer funktionierenden Gemeinschaft. Der Mix aus Kultur, Tourismus, Kunst, Einzelhandel und Gastronomie muss im Mittelpunkt stehen.


Der Gast wie auch Hersbrucker müssen die Geschäfte und die Anziehungspunkte auch in den versteckten Gassen besser finden können. Kurzzeitparkzonen und Straßenregelung zur Innenstadt müssen verbessert werden. Hersbruck besitzt z.B. eine historische und sehenswürdige Altstadt, ein einzigartiges Hirtenmuseum und die Frankenalbtherme. Als Visions-Beispiele möchte ich hier anführen: Tasse Kaffee oder Glas Wasser in Geschäften mit hohem Beratungsbedarf / Gaststätten und Hotelführer (kinderfreundlich, behindertengerecht, Diät, Erlebnisgastronomie etc.) / einheitliche Öffnungszeiten bzw. Kernöffnungszeiten / Lieferservice für das Umland / Mitarbeiterschulungen, Freundlichkeiten der Bedienungen, kundenfreundliche City / gemeinsame verkaufsfördernde Maßnahmen / abgestimmte Dekorationen (Weihnachten, Schafsfest, Rosenwochen etc.) / verständliche Infos über die Angebotspalette von Handel und Gewerbe durch Hinweisschilder, Leitsysteme, Flyer etc. /Kundenbindung, zielgruppenorientierte Angebote für Kinder, Jugendliche und Senioren / aktives Leerstandsmanagement (Schaffung von Zwischenlösungen, Leerstandsbörse) / Feste und Veranstaltungen als Qualitätsmanagment

(z.B. Weihnachtsmarkt, Altstadtfest, Bürgerfest, Schaffest, Rosenwochen).

Gemeinsames Ziel muss sein, den Erlebnischarakter in der Innenstadt zu fördern. Mit steigender Kundenfrequenz wächst das Gefühl, dassder Einkauf oder der Besuch der Stadt Hersbruck zum Erlebnis wird.


BERLIN

Sofortmeldungen,Feinstaubregelungen,Fahrpersonalverordnung und Sonntagsfahrverbot für Marktkaufleute waren nur einige Themen auf der Bundesverbandstagung der Schausteller und Marktkaufleute. Mit dabei: BLV-Landesgeschäftsführer Jürgen Wild aus Hersbruck.

In seinem Referat wies Bundesarbeitsminister
Olaf Scholz darauf hin, dass Märkte und Volksfeste eine wichtige soziale Funktion hätten. Bürger wollen hier nicht nur konsumieren, sondern auch über die kleinen oder großen Dinge des Lebens reden. Märkte und Volksfeste „fördern die Lebensqualität und sichern ein großes Kulturgut der Städte und Gemeinden“, sagte Scholz. Volksfeste seien ein typisch - das Münchner Oktoberfest und die traditionellen Weihnachtsmärkte sind in ganz Europa und weit darüber hinaus bekannt. Sie seien als Touristenmagnet zudem ein wichtiger Wirtschaftszweig.

Tourismusbeauftragter
Ernst Hinsken bestätigte in seiner

Ministerialrat im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, Ullrich Schönleiter, Bundesminister für Arbeit und Soziales, Olaf Scholz, sowie BLV-Landesgeschäftsführer Jürgen Wild aus Hersbruck.

Foto: privat

Rede, dass Schausteller und Marktkaufleute für ein Stück Lebensqualität stünden. 168 Millionen Menschen besuchen diese Veranstaltungen. Zum Vergleich: ins Kino gehen 150 Millionen, ins Theater 35 Millionen, zu den Spielen der Fußballbundesliga „nur“ 9 Millionen.
Im Anschluss wurde den Politikern das Petitum des BSM übergeben. Durch die geltende Fahrpersonalverordnung sind Marktkaufleute gegenüber Handwerkern diskriminiert. Im Zuge der Revision soll deshalb eine nationale Ausnahmemöglichkeit für Marktfahrzeuge mit mehr als 7,5 Tonnen und die Erweiterung des Nahbereichs über 50 Kilometer hinaus geschaffen werden.


Umweltfahrverbote führen bei vielen Schaustellern und Marktkaufleuten zu existentiellen Problemen. Aufgrund der geringen Laufleistungen der Fahrzeuge haben diese eine lange technische Nutzungsdauer.


Zudem finden viele Märkte an Sonn- und Feiertagen statt, daher sind Marktkaufleute gezwungen, oftmals an Sonntagen zu fahren. „Angesicht der wichtigen Versorgungsfunktion des Marktes ist deshalb eine generelle Ausnahme vom Sonn- und Feiertagsfahrverbot sowie der Ferienreiseverordnung unumgänglich“, heißt es beim BSM.


HERSBRUCK (jr) – „Ich habe viel Spaß mit euch auf dieser wunderschönen Erde gehabt“, verabschiedete sich Christkind Nicole. Am Dienstag leitete ihr Auftritt das Ende des Hersbrucker Weihnachtsmarktes ein. Ein ganz „anderes“ Weihnachten haben Angehörige des
BRK verbracht und wurden deshalb von Altlandrat Helmut Reich besucht.

Nach dem Stress mit Geschenkekauf und Festvorbereitung machten viele noch einen Abstecher zu der kleinen Stadt aus Holz und Tuch rund um das Hersbrucker Rathaus. Nikolaus, Knecht Ruprecht, das Christkind und etliche Engel traten auf der Bühne auf und nahmen noch einmal „ein Bad in der Menge“. Moderator Klaus Wiedemann vom Wirtschaftsforum belohnte alle Himmelsboten mit Geschenken.

Weihnachtsmarkt-Organisator Jürgen Wild verabschiedete Hersbrucks Christkind Nicole. Fotos: J. Ruppert

„Wir hatten einen kleinen Rückgang im Vergleich zum Vorjahr“, zog Jürgen Wild vom Organisationsteam des Weihnachtsmarktes Bilanz. Schuld an dem Minus war das völlig verregnete vierte Adventswochenende. Am meisten Zuspruch gab es für die kulinarischen Genüsse: Glühwein, Feuerzangenbowle, Langos und Bratwürste. Die kleinsten Besucher begeisterten sich in erster Linie für das Karussell.

Oliver Schott und sein Gospelchor erwiesen sich unter den Künstlern auf der Bühne als Publikumsmagnet. Doch ebenso erfreuten heimische Musikgruppen wie etwa Helleken-Bielesch die Zuhörer. Einen optischen Farbtupfer setzten die Krampusse, deren Auftritt nach einem kurzen „Beschnuppern“ den Jüngeren und Junggebliebenen gefiel.

„Der Prolog aus luftiger Höhe von einer Dachterrasse der Frankenalb-Klinik herunter“, beschreibt Christkind Nicole das schönste Erlebnis ihrer zweiten Amtszeit. Zudem freute sie sich immer über die strahlenden Gesichter der Kinder.

Am Sonntag sind nicht nur Tausende Hersbrucker, Landkreis- und Großstadt-Besucher auf dem Hersbrucker Altstadtfest. Auch die beiden Fürther Komödianten Volker Heißmann und Martin Rassau schauen gegen 16 Uhr am Oberen Markt vorbei. Aber pssst! Die beiden kommen inkognito, das heißt weder als Waltraud und Mariechen noch als Heißmann und Rassau, also verkleidet.

Warum die beiden heimlich anreisen und wer sie nach Hersbruck gelotst hat, verrät Martin Rassau an dieser Stelle exklusiv im HZ-Interview:Herr Rassau, Ihr Kollege Heißmann war ja vor vier Jahren schon mal in Hersbruck auf der Kanzel der Stadtkirche und hat dort gepredigt. Aber Sie kommen das erste Mal nach Hersbruck. Kennen Sie das Altstadtfest?

Martin Rassau: Nein, bisher nicht, wir haben ja in Fürth selber ein Altstadtfest, jetzt ein Weinfest und eigentlich das ganze Jahr Feste.

Martin Rassau (hinten) und Volker Heißmann (rechts) beim Vorgespräch fürs Hersbrucker Altstadtfest mit Organisator Jürgen Wild und dessen Frau Elvira.

Dann haben Sie ja all die Jahre was verpasst, unter anderem das würzige Langos von Janos Drevenka, der Sie jetzt hierher einlädt.

Das Langos kenn ich sehr gut, genauso wie ich Janos kenne. Er hat nämlich auch auf der Fürther Kirchweih seinen Stand. Wir sind alte Freunde, weil ich ein absoluter Ungarn-Fan bin. Ich fahre seit 15 Jahren jedes Jahr nach Budapest, eine wunderbare Stadt.

Ja, ja. Mit schönen Badehäusern, Saunen, Dampfbädern. Aber das können Sie in der Hersbrucker Therme auch haben.


Ich kann es nicht verantworten, ins Hersbrucker Bad zu gehen, ins Fürther auch nicht. Da kennt mich ja jeder, will entweder einen Witz erzählt bekommen oder flüchtet mit Schrecken aus dem Bad.

Und wie wollen Sie und Herr Heißmann es anstellen, dass Sie auf dem Altstadtfest nicht gleich jeder erkennt? Ich wüsste da ne tolle Verkleidung: als Waltraud und Mariechen.

Mit Sicherheit nicht. Da würden ja die Altstadtfest-Gäste gleich im Dutzend über uns herfallen und uns auf die Bühne zerren.

Wieso das denn?

Wer uns am Sonntagnachmittag als erstes entdeckt, der gewinnt ein Winter-Abo mit sieben Vorstellungen für die Fürther Comödie, unser Theater dort.

Allmächd, sieben Mal Heißmann und Rassau?

Nein, nein, bei uns treten auch andere Künstler auf.

Kommen Sie vielleicht als Frosch und Kröte nach Hersbruck?

Falsch. Das sind unsere Rollen am 6. und 7. August in Sommerach, wo wir mit der Neuen Oper Wien die „Fledermaus“spielen. Das heißt, wir spielen Frosch und Kröte als Gefängniswärter.

Gut. Kommen Sie vielleicht als Babies?

Wieder falsch. Sie meinen unsere neue Komödie „Baby Baby balla balla“, ab September in Fürth: drei Brüder im völligen Chaos, aber sehr lustig.

Letzter Versuch: Kommen Sie als Csardasfürstin?


Knapp daneben. Unser Langos-Janos (Dravenka) feiert zwar an diesem Nachmittag mit allen Hersbruckern und allen Altstadtfest-Gästen sein 25-jähriges Bestehen. Aber dazu kommt das Csardas-Trio, eine ungarische Zigeunerkapelle. Und dann singen zwei Opernsänger der Nürnberger Staatsoper, Stefanie Rüdel und Tibor Acs. Aber das sind auch nicht wir zwei, auch nicht wir verkleidet als Sänger. Kann höchstens sein, dass Volker mitsingt. Aber vorher muss uns erst mal jemand im Publikum entdecken.


Was machen Sie, wenn mehrere auf einmal auf Sie stürzen und die Leute anfangen zu streiten, wer Sie zuerst gesehen hat?

Keine Angst. Wir sind doch dafür bekannt, dass wir nicht auf den Mund gefallen sind.

Interview: Walter Grzesiek



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